5. Kommunaler Breitband Marktplatz 2016

 

Jost Beckmann, Sven Sattler und Waltraud Ahrens vom Arbeitskreis Breitbandausbau der SPD-Fraktion Hessisch Oldendorf besuchten den Markt der Möglichkeiten in der Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck, organisiert vom Breitbandkompetenzzentrum Niedersachsen und konnten interessante Informationen mit nach Hause nehmen.

Verschiedene Anbieter und Begleiter des Netzausbaues für Glasfaseranbindungen waren vor Ort und stellten sich und ihre Arbeit vor. Allen voran die Telekom. Hier mussten wir erfahren, dass dieser Anbieter in seinen Ausbauvorhaben hauptsächlich auf das Vectoringverfahren setzt, obwohl bereits im Vorfeld und auch von vielen anderen Anbietern danach darauf hingewiesen wurde, dass dieses Verfahren eine Aufwertung des Breitbandnetzes höchsten für ca. 7 Jahre ergeben würde. Weiterhin wurde in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht, dass ein Ausbau im Vectoringverfahren auch bisher nicht förderfähig ist. Die Kommune und der Anbieter, die dieses Verfahren für ihre Internetversorgung favorisieren, müssen deshalb die Ausbaukosten in voller Höhe selbst tragen. Das heißt, Glasfaserkabel werden nur bis zum jeweiligen Multifunktionsgehäuse verlegt. Für den Weg von dort zum Nutzer werden die vorhandenen Kupferkabel gepowert. Je länger dieser Weg ist, je weniger Leistung kommt beim Nutzer an.

Die Firma EWE als Anbieter schließt sich  diesem Verfahren an und hält es auch in den meisten Fällen für ausreichend.

Hier sind Vodafone/Kabel Deutschland, die holländische  Firma NDIX, sowie die Firmen atesio GmbH, pepcom GmbH und auch die Nord/LB als Geldgeber entschieden anderer Meinung. Für sie kommt nur ein vollständiger und nachhaltiger Breitbandausbau in Glasfaser auf der gesamten Länge in Frage, was für den Landkreis Hameln-Pyrmont einen 95%igen Ausbau in FTTC und ca. 70%igen Ausbau in FTTB bedeuten würde. Man geht in diesem Fall von einer ausreichenden Versorgung und Haltbarkeit für ca. 25 Jahre und mehr aus. Die von der Nord/LB zu vergebenden Kredite werden deshalb über eine Länge dieser Laufzeit vergeben.

Da es die verschiedensten Fördermöglichkeiten zur Finanzierung des Breitbandausbaues gibt, müssen von den Kommunen entsprechende Förderanträge bei der NBank in Hannover gestellt werden. Sie ist sowohl Beratungs- als auch Bewilligungsstelle für die Kommunen. Die Förderanträge können zu vorher bekannt gegebenen Stichtagen eingereicht werden und durchlaufen danach ein Prüfungsverfahren. Ist eine bestimmt Punktzahl erreicht, wird der Antrag genehmigt. Wenn nicht, dann hat die Kommune die Möglichkeit ihren Antrag zu überarbeiten und erneut vorzulegen. Wir hoffen und drücken natürlich alle Daumen, dass für den Landkreis Hameln-Pyrmont dieses Prüfungsverfahren positiv ausgeht.

Nach diesem informativen Tag gehen wir davon aus, dass der Breitbandausbau vom Landkreis Hameln - Pyrmont nun zügig weiter vorangetrieben wird. Die SPD-Fraktion im Stadtrat Hessisch Oldendorf ist bereit, diesen Ausbau zu unterstützen und wird einer weiteren Zusammenarbeit zustimmen.